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Wettervorhersage
Letzte Aktualisierung: 29.01.2020, 20.34 Uhr
Mit einer lebhaften westlichen Strömung gelangt subpolare Meeresluft nach Baden-Württemberg. Zum Donnerstag setzt sich Zwischenhocheinfluss durch. GLÄTTE: In der Nacht zum Donnerstag in Lagen oberhalb von 400 m Glättegefahr durch gefrierende Nässe, sowie anfangs noch durch etwas Schnee. WIND/STURM: Abends letzte Böen bis 60, bei Schauern auch stürmische Böen um 70 km/h. Auf den Schwarzwaldhöhen bis Donnerstag früh gelegentlich Sturmböen um 80 km/h, sonst in der Nacht Windabschwächung. Ab Donnerstagabend erneut zunehmender Wind mit starken, später auch stürmischen Böen zwischen 50 und 65 km/h. Im Bergland von 60 auf 80 km/h und auf Schwarzwaldgipfeln von 75 km/h auf 100 km/h zunehmende Böen. TAUWETTER: Von Donnerstagmittag bis Freitagnachmittag im Schwarzwald gebietsweise ein Wasserdargebot zwischen 25 und 40 Litern pro qm. GEWITTER: Abends letzte einzelne Gewitter. FROST: In der Nacht zum Donnerstag vor allem im Bergland leichter Frost.
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Vorhersage für Deutschland

Datum der DWD-Daten: Mittwoch, 29. Januar 2020 20:34:07 Uhr:


Nachts Nachlassen von Wind und Niederschlag, vor allem im Bergland Glätte. Am Donnerstag im Tagesverlauf aufkommender Regen.
In der Nacht zum Donnerstag auch in Oberschwaben bald abklingende Schauer, danach Auflockerungen. Tiefstwerte +4° bis -1°. Glättegefahr durch gefrierende Nässe, Richtung Allgäu durch etwas Schnee. Auf Schwarzwaldgipfeln noch Sturmböen.

© Deutscher Wetterdienst

Vorhersage für Deutschland

Datum der DWD-Daten: Mittwoch, 29. Januar 2020 20:34:07 Uhr:


Am Donnerstag nach zum Teil aufgelockertem Start, bald von Westen Wolkenverdichtung und einsetzender Regen, bis zum Abend den Osten erreichend. Im Schwarzwald einsetzendes Tauwetter. Temperaturanstieg auf 3° in Donautal und 13° am Rhein. Schwacher bis mäßiger, in Böen frischer Südwestwind. Ab dem Abend starke bis stürmische Böen, auf Schwarzwaldgipfeln schwere Sturmböen. In der Nacht zum Freitag bedeckt. Zunächst Regen, dann Übergang in Schauer. Im Schwarzwald Tauwetter. Tiefstwerte 10° bis 3°. Starke bis stürmische Böen, im Bergland Sturmböen, auf Schwarzwaldgipfeln auch orkanartige Böen aus Südwest bis West.

© Deutscher Wetterdienst

Vorhersage für Deutschland

Datum der DWD-Daten: Mittwoch, 29. Januar 2020 20:34:07 Uhr:


Am Freitag überwiegend stark bewölkt mit Regenschauern, im Süden vor allem ab dem Nachmittag Auflockerungen. Im Schwarzwald anfangs noch Tauwetter. Höchsttemperaturen zwischen 8° und 16°. Mäßiger, in Böen starker bis stürmischer Wind, im Bergland auch Sturmböen, auf Schwarzwaldgipfeln schwere Sturmböen aus Südwest. In der Nacht zum Samstag stark bewölkt, schwerpunktmäßig im Norden und Westen Regenschauer bei Tiefstwerten zwischen 11° und 5°. Starke, im Bergland vereinzelt stürmische Böen, auf Schwarzwaldgipfeln Sturmböen oder schwere Sturmböen aus Südwest.

© Deutscher Wetterdienst

Vorhersage für Deutschland

Datum der DWD-Daten: Mittwoch, 29. Januar 2020 20:34:07 Uhr:


Am Samstag überwiegend stark bewölkt und zunehmend regnerisch. Höchsttemperaturen 8° bis 15°. Mäßiger Südwestwind, ab dem Mittag vermehrt mit starken bis stürmischen Böen, im Bergland Sturmböen, exponiert im südlichen Schwarzwald orkanartige Böen. In der Nacht zum Sonntag stark bewölkt, weitere teils schauerartige Niederschläge. Im weiteren Verlauf im höheren Bergland teils mit Schnee vermischt. Vielerorts starke bis stürmische Böen, im Bergland Sturmböen, exponiert schwere Sturmböen oder orkanartige Böen aus Südwest. Tiefstwerte 11° bis 4°.

© Deutscher Wetterdienst

Deutscher Wetterdienst 10-Tage-Vorhersage für Deutschland von Samstag, 01.02.2020 bis Samstag, 08.02.2020 ausgegeben von der Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach am Mittwoch, 29.01.2020, 14:15 Uhr

Sehr mild. Am Sonntag Sturmlage nicht ausgeschlossen, aber auch sonst zeitweise stürmisch.

Vorhersage für Deutschland bis Mittwoch, 05.02.2020, Am Samstag an den Alpen Auflockerungen und erst abends Regen. Sonst von Nordwesten Durchzug von Regenwolken. Danach wieder Auflockerungen, aber auch Schauer. Ungewöhnlich mild mit Höchstwerten von 10° bis 16°. Mäßiger Südwest- bis Westwind mit starken bis stürmischen Böen. An der See und im Bergland Sturmböen, auf einigen Gipfeln orkanartige Böen. In der Nacht zum Sonntag vor allem nach Süden hin Regen, sonst teils aufgelockert und einzelne Schauer bei 9° bis 4°. Steife bis stürmische Böen, im Bergland weiterhin teils schwere Sturmböen. Am Sonntag von Südwesten her wieder bis in den Norden ausbreitender, teils länger anhaltender Regen. Im Norden 8° bis 12°, sonst 10° bis 17°. Außer im Norden nochmal deutlich auffrischender Südwest- bis Westwind mit Sturmböen bis in tiefe Lagen, schwere Sturmböen nicht ausgeschlossen. Im Bergland schwere Sturmböen bis Orkanböen. In der Nacht zum Montag gebietsweise schauerartiger Regen. Tiefstwerte zwischen 10° im Südwesten und 3° im äußersten Nordosten. Im Süden und der Mitte zögernd wieder nachlassender Wind. Am Montag überwiegend stark bewölkt und verbreitet Regen oder Schauer. Auflockerungen am ehesten im Süden und im Nordosten. Dort mit 6° bis 10° am wenigsten warm, sonst bei 11° bis 17° ungewöhnlich mild für die Jahreszeit. Mäßiger bis frischer westlicher Wind, vor allem über der Mitte und dem Süden starke bis stürmische Böen, im Bergland weiterhin Sturm. In der Nacht zum Dienstag wolkenreich und gebietsweise Regen. Tiefsttemperaturen 9° bis 2°. Am Dienstag im Süden Auflockerungen, sonst stark bewölkt und zeitweise Regen oder Schauer. Im Norden 6° bis 10°, sonst extrem mild bei 11° bis örtlich 19 in Süddeutschland. Mäßiger bis frischer Westwind, im Norden starke Böen, sonst teils stürmische Böen oder Sturmböen. Im Bergland weiterhin Sturm mit Orkanböen auf einigen Gipfeln. In der Nacht zum Mittwoch Schauerwetter, im Bergland zunehmend in Schnee übergehend. Dort in Hochlagen leichter Frost möglich, sonst noch meist frostfrei bei 7° bis 0°. In Böen stürmischer West- bis Nordwestwind. Am Mittwoch wechselnd bis stark bewölkt mit schauerartigen Niederschlägen, deutlich sinkende Schneefallgrenze. In tiefen Lagen teilweise Schnee und Graupel, im Bergland häufiger Schneefall. Höchsttemperaturen 2° bis 9°. Etwas nachlassender West- bis Nordwestwind, aber weiter stürmische Böen, im Bergland Sturmböen möglich. In der Nacht zum Donnerstag weitere Schauer, häufiger bis ins Flachland Schnee und Graupel. Abkühlung auf 3° bis -2°. Nachlassender Nordwestwind. .

Trendprognose für Deutschland, von Donnerstag, 06.02.2020 bis Samstag, 08.02.2020, Noch weiterer Temperaturrückgang, aber Wetterberuhigung. Kaum noch Niederschläge und Auflockerungen. Nachts verbreitet Frost, tagsüber stellenweise Dauerfrost.

Deutscher Wetterdienst, VBZ Offenbach / Dipl.-Met. Bernd Zeuschner
© Deutscher Wetterdienst, VBZ Offenbach
Verfasser(in): Dipl.-Met. Bernd Zeuschner 



Lawinenkunde Teil 5 - Gleitschneelawinen

Gleitschneelawinen spielen in der Lawinenunfallstatistik eine
untergeordnete Rolle und verursachen nur sehr vereinzelt tödliche
Unfälle. Doch welche Voraussetzung braucht diese Lawinenart? Und was
haben "Fischmäuler" damit zu tun?


In den vorangegangenen Themen des Tages vom 14.01., 21.01., 22.01.
und dem gestrigen 27.01.2020 wurden bereits generelle Gefahren bei
Lawinen, die Prozesse der Schneeumwandlung innerhalb der Schneedecke
sowie die Lawinenarten der Schneebrett- und Lockerschneelawinen
behandelt. Im heutigen Thema darf die noch fehlende Gleitschneelawine
im Mittelpunkt stehen.

Gleitschneelawinen gehen in der Regel spontan ab und werden nicht von
Wintersportlern ausgelöst. Im Vergleich zu den anderen Lawinenarten
stellen sie nur selten eine Gefährdung für den Wintersportler dar.
Dennoch können Gleitschneelawinen in schneereichen Wintern ein großes
Problem für Verkehrswege und Infrastruktur werden.

So war beispielsweise der Winter 2011/12 im Allgäu von einem
anhaltenden Gleitschneeproblem geprägt, als nach einem warmen
Spätherbst die weitgehend aperen (schneefreien) Steilwiesen massiv
eingeschneit wurden. Das dicke Schneepaket isolierte den relativ
warmen Boden. Als dieses zusätzlich durchfeuchtet wurde, bildeten
sich riesige "Fischmäuler" (Die Bezeichnung leitet sich ab vom sich
öffnenden Maul eines Fisches: siehe Bild). Wenn sich solche
"Gleitschneemäuler" immer mehr öffnen, können daraus
Gleitschneelawinen entstehen. Sie reißen linienartig an, und die
gesamte Schneedecke rutscht ab.

Die Ursache von Gleitschneelawinen ist das Gleiten des Schnees auf
dem Untergrund. Im Gegensatz zum Schneebrett entstehen sie nicht
durch einen Bruch in der Schneedecke, sondern durch großflächigen
Reibungsverlust zwischen Schneedecke und Unterlage aufgrund von
Wasser. Je glatter der Untergrund, desto eher können
Gleitschneelawinen im Steilgelände auftreten - typischerweise auf
steilen Wiesenhängen oder glattem (felsigem) Untergrund. Je steiler
der Hang, desto eher gleitet der Schnee ab.

Am Anfang führt schnelles Schneegleiten (einige Millimeter bis
mehrere Zentimeter pro Tag) zu einem hangparallelen Zugriss durch die
gesamte Schneedecke: Das "Fischmaul" entsteht. Wenn die Gleitbewegung
der Schneetafel weiter zunimmt, geht sie als Gleitschneelawine ab.
Dabei hinterlässt diese Lawine an der Abrutschstelle einen komplett
schneelosen Hang.

Gleitschneelawinen lassen sich in "kalte" und "warme" Ereignisse
einteilen. "Kalte" Gleitschneelawinen gehen vor allem im Hochwinter
ab. Dabei ist die Schneedecke aufgrund der meist niedrigen Temperatur
im Hochwinter überall kalt und trocken. Der Boden hat jedoch oft eine
höhere Temperatur und schmilzt die untere Schicht an. Dadurch
entsteht ein Feuchtigkeitsfilm am Untergrund der Schneedecke, wodurch
die Reibung verringert wird und ein Abrutschen ausgelöst werden kann.


Zu einer "warmen" Gleitschneelawine kommt es, wenn die Schneedecke
vorwiegend in den Frühjahresmonaten durch die steigenden
Temperaturen, die Sonneneinstrahlung oder durch zusätzliche
Regenfälle von oben her durchfeuchtet wird. Besonders in der zweiten
Tageshälfte herrscht im Frühjahr Tauwetter und das Schmelzwasser
sickert bis zum Untergrund der Schneedecke. Dadurch bildet sich
wieder zwischen der glatten Erdoberfläche und der Schneedecke ein
Wasserfilm und die Schneelast kann sich lösen.

Den Abgangszeitpunkt von Gleitschneelawinen vorherzusagen, ist kaum
möglich, da sie zu jeder Tages- und Nachtzeit abgehen können und
nicht nur bei hohen Temperaturen. Um das Risiko für den
Wintersportler klein zu halten, bleibt also nur eins: Zonen mit
"Fischmäulern" meiden oder sich zumindest nicht länger als unbedingt
nötig unter ihnen aufhalten.

Der Lawinenwarndienst Bayern stuft die Lawinengefahr derzeit oberhalb
der Waldgrenze als "erheblich" ein. Darunter sowie in den Bayerischen
Voralpen und den Chiemgauer Alpen wird sie "mäßig" eingeschätzt.
Durch den Neuschneezuwachs, der mit Sturm einherging, rückt die
Auslösung von Schneebrettlawinen bei Triebschneeansammlungen in den
Fokus. Auch größere selbstauslösende Lockerschneelawinen an
Steilhängen sind möglich. Auf zuvor ausgeaperten glatten Wiesenhängen
kann die frische Schneedecke auf dem warmen Boden abgleiten. Der
Lawinenwarndienst schließt im Allgäu auch größere Gleitschneelawinen
nicht ganz aus.


M.Sc. Sebastian Altnau
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 29.01.2020

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